Martina Gedeck in Landshut: Lesung aus Christiane Hoffmanns Fluchtgeschichte


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Martina Gedeck liest Christiane Hoffmanns bewegende Fluchtgeschichte
Wenn eine Schauspielerin einer Familiengeschichte ihre Stimme leiht, entsteht ein literarisches Erlebnis von besonderer Intensität: Martina Gedeck liest im Redoutensaal der Stadtsäle Bernlochner aus Christiane Hoffmanns Buch Alles, was wir nicht erinnern. Zu Fuß auf dem Fluchtweg meines Vaters. Die Lesung verbindet historische Erinnerung, persönliche Spurensuche und musikalische Atmosphäre.
Eine Geschichte zwischen Familiengedächtnis und europäischer Vergangenheit
Christiane Hoffmanns Vater floh Anfang 1945 als Neunjähriger aus Schlesien. Jahrzehnte später folgt die Tochter seinem beinahe 550 Kilometer langen Fluchtweg zu Fuß. Aus dieser Bewegung durch Landschaften, Dörfer und Erinnerungsräume entsteht eine vielschichtige narrative Recherche über Flucht, Vertreibung und die Nachwirkungen traumatischer Erfahrungen in Familien.
Das Buch verschränkt Familiengeschichte mit Zeitzeugenberichten und Begegnungen entlang des historischen Weges. Seine literarische Qualität liegt in der Verbindung von dokumentarischer Genauigkeit und persönlicher Reflexion: Die Vergangenheit erscheint nicht als abgeschlossene Epoche, sondern als lebendige Erfahrung, die in Sprache, Erinnerung und familiären Beziehungen fortwirkt.
Martina Gedecks Stimme als literarisches Instrument
Martina Gedeck gehört zu den international erfolgreichen deutschen Theater- und Filmschauspielerinnen. Ihre ausdrucksstarke Stimme, ihre präzise Artikulation und ihre Fähigkeit zur psychologischen Figurenzeichnung verleihen der Lesung eine besondere sprachliche Präsenz. Im Redoutensaal entsteht eine intime Lesungs-Atmosphäre, in der jede Passage zwischen Stille, Erinnerung und innerer Bewegung hörbar wird.
Lesung mit Harfenmusik
Susanne Kaiser begleitet den Abend an der Harfe. Die Musik setzt einen klanglichen Gegenpol zur historischen Schwere des Textes und öffnet Räume für Nachhall und Kontemplation. Sprache und Harfenklang verbinden sich zu einer sinnlichen Dramaturgie, die das literarische Thema nicht illustriert, sondern atmosphärisch vertieft.
Ein Abend der Landshuter Literaturtage
Die Veranstaltung findet im Rahmen der 23. Landshuter Literaturtage statt. Für Martina Gedeck besitzt der Abend eine besondere lokale Dimension: Sie verbrachte ihre Kindheit in Landshut und erlebte das Stadttheater als wichtige persönliche Inspiration. Damit verbindet die Lesung literarischen Diskurs, Erinnerungskultur und eine unmittelbare Autor-Begegnung mit einer vertrauten Stadtgeschichte.
Fazit: Literatur als hörbare Erinnerung
Besucherinnen und Besucher erwartet eine eindringliche Lesung über Flucht, Herkunft, Verlust und die Kraft des Erinnerns. Martina Gedecks Stimme, Christiane Hoffmanns literarische Spurensuche und Susanne Kaisers Harfe schaffen einen Abend von hoher emotionaler und kultureller Dichte. Wer Literatur als lebendige Begegnung erfahren möchte, erlebt im Redoutensaal eine Lesung, die lange nachklingt.
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