Menschen im Bayerischen Wald: Historische Fotografie im Staatsarchiv Landshut

Event: Fotoausstellung „Menschen im Bayerischen Wald 1900-1950“ in Staatsarchiv Landshut, Schlachthofstraße 10, 84034 Landshut on 24. September 2026

Datum und Uhrzeit

24. September 2026 08:30 Uhr

Veranstaltungsort

Landshut
84 Landshut, Deutschland

Tickets

Kostenlos

Über diese Veranstaltung

Ausstellungen & Museen

Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Menschen im Bayerischen Wald: Eine fotografische Reise durch eine verschwundene Lebenswelt

Die Fotoausstellung „Menschen im Bayerischen Wald 1900-1950“ im Staatsarchiv Landshut öffnet den Blick auf eine Region zwischen Regensburg, Passau, der Donau und der tschechischen Grenze. Rund 50 historische Aufnahmen aus einer mehr als 8.000 Objekte umfassenden Ansichtskarten- und Fotosammlung des Hauses der Bayerischen Geschichte erzählen von Arbeit, Alltag, Festen, Landschaft und gesellschaftlichem Wandel.

Historische Fotografie als kulturelles Gedächtnis

Ansichtskarten sind weit mehr als touristische Erinnerungsbilder. Sie dokumentieren Ortsbilder, Arbeitswelten und soziale Beziehungen und machen sichtbar, wie der Bayerische Wald um 1900 wahrgenommen wurde. Die Ausstellung verbindet fotografische Quellen mit regionalgeschichtlicher Forschung und eröffnet eine anschauliche Werkbetrachtung zwischen Alltagsgeschichte, Dokumentarfotografie und visueller Erinnerungskultur.

Zwischen Glasfabrik, Waldarbeit und Festtag

Im Mittelpunkt stehen die Menschen selbst: Glasarbeiter, Schwammerlsucher, Baumpflanzerinnen, Näherinnen, Hochzeitslader, Nonnen, Nikoläuse und Dandys. Die Bilder zeigen eine landwirtschaftlich geprägte Gesellschaft ebenso wie frühe Industrialisierungsprozesse. Aufnahmen aus Glasfabriken, von Festen wie der Fronleichnamsprozession und vom Fasching mit Maschkerer-Larven lassen regionale Identität in ihren unterschiedlichen sozialen und kulturellen Ausdrucksformen hervortreten.

Orte des Aufbruchs und der Veränderung

Die fotografische Erzählung reicht über Porträts hinaus. Ortsansichten, Hotels, spektakuläre Eisenbahnbrücken und der Bau der Bahnlinie Obernzell-Untergriesbach verweisen auf Mobilität, Infrastruktur und wirtschaftliche Entwicklung. Eine Aufnahme von etwa 1915 zeigt Baumpflanzerinnen bei der Aufforstung und erinnert an die ökologischen Folgen intensiver Abholzung sowie an die Bedeutung weiblicher Arbeit in der Landschaftspflege.

Kuratierung und wissenschaftliche Einordnung

Ausgewählt und kommentiert wurden die gezeigten Ansichten von Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte und selbst gebürtiger Waidler. Die Kuratierung versteht die Ausstellung als Einstieg in ein wissenschaftliches Projekt: Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, abgebildete Orte, Personen und Situationen wiederzuerkennen und ihr Wissen zur Erschließung der Sammlung beizutragen.

Ein Kunsterlebnis zwischen Bildquelle und Erinnerung

Die ästhetische Erfahrung der historischen Fotografien entsteht aus dem Wechsel von Gesichtern, Arbeitsgesten, Architektur und Landschaft. In der Ausstellungsatmosphäre begegnen sich dokumentarische Genauigkeit und die Inszenierung der Ansichtskarte. Gerade diese Spannung macht die Werkbetrachtung anregend: Die Bilder bewahren Vergangenes und stellen zugleich Fragen nach Herkunft, Modernisierung und regionaler Selbstbeschreibung.

Fazit: Bayerische Geschichte im direkten Blick

Die Ausstellung erwartet Besucherinnen und Besucher mit einer konzentrierten, bildstarken Reise durch den Bayerischen Wald der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wer sich für Fotografie, Regionalgeschichte, Alltagskultur und kulturelle Bildung interessiert, erlebt hier historische Räume aus nächster Nähe. Ein Besuch im Staatsarchiv Landshut bereichert die ästhetische Erfahrung und macht sichtbar, wie viel Geschichte in einem einzelnen Bild bewahrt sein kann.

Offizielle Kanäle von Haus der Bayerischen Geschichte:

Quellen:

Loading map...

Häufig gestellte Fragen