Jens Düppe

Jens Düppe

Quelle: Wikipedia

Jens Düppe – Schlagzeuger, Komponist, Bandleader des modernen Jazz

Ein Klangarchitekt des zeitgenössischen Jazz – die Geschichte eines suchenden, formbewussten und frei spielenden Künstlers

Jens Düppe, 1974 in Schwäbisch Hall geboren, prägt seit Jahrzehnten die deutsche und europäische Jazzszene. Früh am Klavier, mit zehn am Schlagzeug, entwickelte er eine Musikkarriere, die klassische Ausbildung, improvisatorische Neugier und experimentelle Produktion bündelt. Sein Weg führt über Studien in Weimar, Amsterdam und Arbeitsaufenthalte in New York in die erste Reihe des Modern Jazz – als Bandleader eines exzellent eingespielten Quartetts und als Solokünstler, der Komposition, Arrangement und Performance zu einer schlüssigen künstlerischen Entwicklung verdichtet. Auszeichnungen wie der WDR Jazzpreis (2019) und eine Echo-Nominierung (2018) markieren Meilensteine; entscheidend bleibt jedoch seine Bühnepräsenz: Düppe vereint Form und Freiheit, Groove-Bewusstsein und Klangfarben, Struktur und spontanes Risiko.

Biografie: Ausbildung, Mentoren, erste Schritte

Die Grundlage seines Schaffens liegt in einer soliden, breit gefächerten Ausbildung. Nach frühem Klavier- und intensivem Schlagzeugunterricht studiert Jens Düppe Jazz in Weimar und Amsterdam; 2001 folgen Stipendien für New York – ein prägender Resonanzraum für Rhythmus, Phrasierung und Soundästhetik. Bereits Mitte der 1990er Jahre spielt er im Bundesjazzorchester (BuJazzO), einer Talentschmiede deutscher Jazzgeschichte. 2003 holt ihn Albert Mangelsdorff ins Deutsch-Französische Jazz Ensemble; anschließend wirkt Düppe im Mangelsdorff–Dauner-Quintett mit Wolfgang Dauner – Stationen, die sein Verständnis von Ensembleklang, dynamischer Dramaturgie und individueller Stimme am Set schärfen.

Neben Engagements in renommierten Kollektiven – vom Cologne Contemporary Jazz Orchestra bis zu Formationen um Anke Helfrich – etabliert er sich ab den 2010er Jahren als Bandleader. Parallel initiiert er experimentelle Konzertreihen und Kooperationen, die improvisatorische Praxis, kuratorische Arbeit und Komposition verbinden. Seine Biografie erzählt von einem Schlagzeuger, der Rhythmus als architektonisches Element begreift und daraus erzählerische, elegante und zugleich pulsierende Musik formt.

Karriereverlauf: Vom Quartett zur Soloperformance – und zurück

Das Herzstück seiner Musikkarriere ist das Jens Düppe Quartet mit Frederik Köster (Trompete), Lars Duppler (Piano) und Christian Ramond (Bass). In dieser Besetzung entwickelte Düppe eine unverwechselbare Klangsprache, die melodische Linien, motivische Verdichtung und polyrhythmische Feinzeichnung verbindet. Die Alben „Anima“ (2015), „Dancing Beauty“ (2017), das direkt-auf-Band eingespielte „Studio Konzert“ (2019) und „The Beat“ (2021) bilden eine nachvollziehbare künstlerische Entwicklung: vom atmosphärisch weiten Ton über konzeptuelle Komposition (John-Cage-Bezüge) bis zur rhythmischen Forschung in Form von Song-Zyklen, die Groove, Raum und Stille strukturell nutzen.

Mit „Ten Years“ (2023) feiert das Ensemble seine Bühnen- und Studiogeschichte in einer warm klingenden, live-to-tape produzierten Vinyl-Edition. 2025 erweitert Düppe das bewährte Quartett um den italienischen Saxofonisten Francesco Bearzatti: „ISM“ erscheint am 2. Mai 2025 und lotet mit flexiblen Besetzungswechseln neue Texturen aus – ein Spiel mit Ismen, Ästhetiken und Hörperspektiven, das von Presse und Publikum als freiheitsliebend, fokussiert und energiegeladen wahrgenommen wird. Konzertabende rund um die Veröffentlichung – vom Stadtgarten Köln bis in Clubs und Festivals – zeigen eine Band, die formstrenge Architektur und improvisatorisches Abenteuer überzeugend balanciert.

Soloarbeiten: „ego_D“ – die polyrhythmische Selbstbefragung

Als Solist beschreitet Düppe seit 2018 einen eigenen Weg zwischen Schlagzeug, Klavier und Elektronik. „ego_D“ (2022, enja/yellowbird) dokumentiert diese Mehrfachperspektive: Live und im Studio verschränkt er akustische und elektronische Layer, arbeitet mit Stimme und Samples, verdichtet Grooves und Harmonien zu dichten Miniaturen. Das Solo-Programm ist keine Virtuosenschau, sondern ein ehrliches, multisensorisches Statement über das Musikmachen im Augenblick – über Klanggestaltung, Formdramaturgie und die poetische Kraft von Wiederholung, Variationen und Brüchen.

Im erweiterten Soloformat kollaboriert Düppe etwa mit der Sängerin Simin Tander und öffnet „ego_D“ für vokale Linien, Obertonfarben und lyrische Impulse. Diese Offenheit bestätigt sein Profil als Creative Producer, der Komposition, Produktion und Performance als zusammenhängende Praxis versteht.

Komponist und Kurator: Projekte, Aufträge, Konzertreihen

Jens Düppe komponiert für kleine und große Besetzungen. „Anima“ existiert als Bigband-Version und wurde u. a. mit Paolo Fresu realisiert – ein Beispiel für seine Fähigkeit, die DNA eines Kammer-Ensembles in orchestrale Maßstäbe zu übertragen, ohne den Kern des Materials zu verlieren. Kompositionsaufträge für das Festival Acht Brücken in Köln, das Europäische Kirchenmusik-Festival in Schwäbisch Gmünd und die Heinrich-Böll-Stiftung belegen seine Vielseitigkeit zwischen sakralen Räumen, Kulturinstitutionen und urbaner Jazzszene.

Als Kurator entwickelte Düppe die Reihen „Kommunikation 9“ und „Blind Date“, in denen er improvisatorische Begegnungen über Genregrenzen hinweg ermöglichte. Diese Projekte sind für seine künstlerische Entwicklung zentral: Sie schaffen Erfahrungsräume, in denen Interaktion, Zuhören und Risiko zum ästhetischen Prinzip werden – ein Erfahrungswissen, das in seine Arrangements und seine sensible Dynamikgestaltung am Schlagzeug einfließt.

Diskographie: Meilensteine, Konzepte, Produktionsästhetik

Die Diskographie des Bandleaders zeichnet sich durch klare Konzepte und sorgfältige Produktionsentscheidungen aus. „Anima“ (2015) formuliert eine klangliche Signatur aus lyrischen Themen, organischem Ensembleklang und artikuliertem Schlagzeugspiel. „Dancing Beauty“ (2017) übersetzt Zitate von John Cage in neun eigenständige Stücke – eine poetische Reflexion über Zufall, Form und Wahrnehmung, die 2018 in einer Echo-Nominierung (Kategorie „bester Schlagzeuger national“) mündete. „Studio Konzert“ (2019) setzt auf Direktheit: ein analoges, ungeschnittenes Klangbild, das den Live-Charakter der Band authentisch konserviert.

„The Beat“ (2021) bündelt Düppe’s Signature-Ansatz: Rhythmus als narrative Achse, die Melodie und Struktur aktiviert. „Ten Years“ (2023) feiert das Ensemble mit einem live-to-tape Best-of – eine klangästhetische Entscheidung, die Wärme, Raum und Spontaneität priorisiert. „ISM“ (2025) schließlich erweitert das Quartettspektrum um Bearzattis saxophonische Farben; die Titel „Hello!“, „Dance of the Mamuthones“ oder „Gravitational Love“ zeigen fein gearbeitete Kompositionen, die in unterschiedlichen Instrumentierungsformen neue Höreräume öffnen.

Stil und Technik: Klang, Time, Dynamik

Jens Düppe verbindet filigranes Becken- und Fellspiel mit einer präzisen, atmenden Time. Sein Schlagzeugklang bevorzugt klare Konturen und sensible Schattierungen; Ghost Notes, polyrhythmische Overlays, metrische Modulationen und orchestriertes Toms/Becken-Voicing dienen dem narrativen Fluss. Als Komponist denkt er formbewusst: motivische Keime werden durch Arrangemententscheidungen – etwa Doublings, Gegenstimmen, ostinate Patterns – zu Kompositionen, die im improvisatorischen Moment wachsen. Dieses Verhältnis von Struktur und Freiheit ist charakteristisch für den modernen Jazz seines Quartetts.

Im Solo-Kontext betont er die Übereinanderschichtung von Patterns und Harmonien. Die Produktion fügt Elektronik nicht als Effekt, sondern als dramaturgische Ebene hinzu. So entsteht eine Klangsprache, die Minimal Music, Post-Bop, europäische Kammerästhetik und New-Jazz-Impulse vereint – ohne Dogma, mit Sinn für klare Form.

Kollaborationen und kulturelle Einordnung

Kooperationen mit Paolo Fresu, Arbeiten mit Rundfunk-Bigbands in Frankfurt und Hamburg sowie dem Brussels Jazz Orchestra verorten Düppe in einer europäischen Jazz-Topografie, die Tradition und Innovation produktiv verschränkt. Gleichzeitig bleibt er in der Kölner Szene verwurzelt – als Bandleader, Gastmusiker und Impulsgeber. Internationale Presse-Resonanz und Rundfunkfeatures (u. a. hr2 kultur) unterstreichen die Reichweite: Düppe gilt als „leading light for modern jazz“ und als einer der musikalischsten Schlagzeuger seiner Generation – Einschätzungen, die seine Autorität als Künstler und Produzent nachvollziehbar machen.

Sein Engagement im Bildungsbereich – vom schulischen Improvisationsprojekt „lifecycle of a star“ bis zu Dozententätigkeiten – erweitert den kulturellen Einfluss: Er vermittelt Improvisation als Haltung, nicht als Genregrenze. Das prägt die Szene, fördert Nachwuchs und stärkt eine offene, dialogische Musikkultur.

Stimmen der Fans

Die Reaktionen der Fans zeigen deutlich: Jens Düppe begeistert Menschen weltweit. Auf Facebook kommentieren Hörerinnen und Hörer seine Konzertabende als „atemberaubende Klangabenteuer“ und loben die „energiegeladene Spielfreude“ seines Ensembles. Nach der Veröffentlichung von „ISM“ wird die Mischung aus formbewusstem Schreiben und freier Interaktion gefeiert; immer wieder fällt das Wort „Inspiration“ – für viele ein Konzert- und Hörerlebnis, das noch lange nachhallt.

In Videoclips und Tour-Ankündigungen heben Fans die Transparenz des Ensembleklangs und die dramaturgisch klugen Spannungsbögen hervor. Besonders die erweiterten Besetzungen mit Francesco Bearzatti sorgen für Begeisterung: Ein Saxophonsound, der Düppes Groovearchitektur und Kösters Trompetenlinien sinnfällig ergänzt. Diese Resonanz steht sinnbildlich für Düppes Position: zugänglich, aber nicht gefällig; ausdrucksstark, aber immer im Dienst der Musik.

Fazit: Warum Jens Düppe jetzt erleben?

Jens Düppe vereint künstlerische Erfahrung, fachliche Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Seine Diskographie dokumentiert eine kontinuierliche Entwicklung, die auf fundierter Technik, reicher Improvisationspraxis und klarer ästhetischer Vision beruht. Als Komponist und Arrangeur denkt er dramaturgisch, als Schlagzeuger gestaltet er Räume, als Bandleader kultiviert er ein kollektives Hören. Aktuelle Projekte wie „ISM“ zeigen, wie produktiv er mit Besetzung, Form und Klangfarbe spielt – ein Modern-Jazz-Ansatz, der Substanz und Spannung bietet.

Live entfaltet diese Musik ihre volle Wirkung: präzise, leuchtend und beweglich. Wer den zeitgenössischen Jazz in seiner lebendigen Vielfalt erleben will, sollte Düppe und sein Ensemble auf der Bühne sehen – dort, wo Groove, Melodie und Risiko zu einem großen Ganzen werden.

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