Der Menschenfeind im Theaterzelt: Große Bühnenkunst erobert Landshut


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Der Menschenfeind: Premiere mit Biss und Eleganz im Theaterzelt Landshut
Ein Abend für feine Antennen: Molières Komödienklassiker über Wahrhaftigkeit und gesellschaftliche Fassade kehrt in der Fassung von Botho Strauß auf die Bühne des Landestheaters Niederbayern zurück. Regisseur Heinz Oliver Karbus formt aus der scharfzüngigen Vorlage ein Bühnenerlebnis zwischen glitzernder Salonwelt und sezierender Menschenstudie.
Wahrheit contra Salongeist: Dramaturgie mit Kante
Alceste, der kompromisslose Wahrheitsfanatiker, prallt auf die kokette Célimène und ein höfisches Umfeld, das auf Andeutungen, Anspielungen und Etikette baut. Die Inszenierung nutzt diese Reibung als Motor: pointierte Dialogrhythmen, präzise Figurenführung, klare Regiezeichen. So entsteht eine Theateratmosphäre, in der Komik und Moral in funkelndem Wechselspiel stehen.
Sinnliche Bühne: Licht, Klang, Kostüm
Markus Falkensteiners Bühnenbild denkt den Salon als Schauplatz der Spiegelungen: glatte Oberflächen, sichtbare Kanten, verschiebbare Elemente. Katja Salzbrenners Kostüme zeichnen Charaktere über Silhouetten und Stofflichkeit, zwischen zarter Verführung und höfischer Pose. Peter WesenAuers Musik akzentuiert Szenenübergänge, öffnet Atemräume und schärft das Hören – nie dekorativ, stets dramaturgisch.
Schauspielkunst im Fokus: Gespräch als Duell
Die Regie setzt auf sprechende Körper und gestochenen Sprachduktus. Wenn Alceste einem Sonett die Maske vom Gesicht reißt, knistert es. Wenn Célimène mit einem Blick die Szene kippt, zeigt sich das Raffinement dieser Komödie: das psychologische Feintuning, für das Molière berühmt ist und das Botho Strauß' Fassung auf heutige Ohren schärft.
Kontext und Echo: Der Klassiker der Zweifel
Seit der Uraufführung 1666 spaltet Der Menschenfeind das Publikum: Ist Alceste Held, Narr oder Liebender auf dünnem Eis? Die Inszenierung in Landshut lässt die Ambivalenz wirken – ohne Zeigefinger, mit kluger Ironie. So wird aus dem Gesellschaftsspiegel ein Gegenwartsstück über Wahrhaftigkeit, Verletzlichkeit und Haltung.
Fazit
Erwarten Sie einen pointierten Theaterabend, der Funken schlägt: elegante Oberfläche, tiefes Beben darunter. Große Dialoge, klare Regie, ein Ensemble mit Spiellust. Erleben Sie die Premiere live – denn diese Mischung aus Stil, Schärfe und Menschlichkeit wirkt am stärksten auf der Bühne.
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