DEL2-Abend mit klaren Gegensätzen
Crimmitschau jubelt, Weißwasser verliert klar – so lief der DEL2-Abend
Zwei Spiele, zwei unterschiedliche Lehren: In Crimmitschau reicht eine konzentrierte, geduldige Vorstellung, um ein enges Duell zu ziehen. In Weißwasser dagegen bleibt nach ordentlicher Arbeit vor allem die Erkenntnis, dass sich Aufwand ohne Ertrag im Eishockey schnell rächt.
Die Eispiraten Crimmitschau setzten sich im Sahnpark mit 2:0 (1:0, 1:0, 0:0) gegen den EV Landshut durch. Die Lausitzer Füchse unterlagen in der Eisarena Weißwasser den Ravensburg Towerstars mit 0:3 (0:1, 0:1, 0:1). Über beide Partien berichtete mdr.de.
Crimmitschau belohnt sich für einen konzentrierten Auftritt
Vor 2.587 Zuschauern im Sahnpark entwickelte sich ein intensives Spiel mit wenigen klaren Momenten – genau der Typ Partie, in dem Details entscheiden. Crimmitschau ging in der 15. Minute in Führung: Adam McCormick traf zum 1:0, ein Treffer, der Landshut zum Anlaufen zwang und die Statik des Spiels veränderte.
Landshut kam in der Folge zu mehreren guten Gelegenheiten, doch Crimmitschau verteidigte mit viel Disziplin die gefährlichen Räume vor dem Tor. In solchen Begegnungen ist Effizienz oft der größte Faktor – und die lag an diesem Abend bei den Westsachsen. Im zweiten Drittel schlug Crimmitschau erneut zu: McCormick erhöhte in der 37. Minute mit einem wuchtigen Schuss auf 2:0.
Im Schlussabschnitt verschob sich der Schwerpunkt sichtbar: Crimmitschau konzentrierte sich auf defensive Stabilität, spielte die Uhr, blockte Schüsse und nahm Landshut wiederholt die zweite Chance. Der Plan ging auf – das 2:0 wurde ohne Gegentor ins Ziel gebracht.
McCormick trifft doppelt, Reich hält die Null
Der Mann des Abends war McCormick mit seinem Doppelpack – zweimal Abschlussqualität, zweimal die passende Entscheidung im Moment. Hinter den Treffern stand aber die zweite Säule des Heimsiegs: Torhüter Kevin Reich. Er entschärfte mehrere gute Möglichkeiten der Gäste und verhinderte, dass Landshut überhaupt in Reichweite eines späten Spiels auf ein Tor kam.
Für Crimmitschau ist der Erfolg auch in der Tabelle wertvoll: Zwei Punkte in einem engen Spiel geben im Abstiegskampf Luft, weil sie nicht nur zählen, sondern auch ein Muster bestätigen – vorne reicht ein kurzer, konsequenter Moment, hinten stimmt die Struktur über 60 Minuten.
Füchse starten schlecht und finden keinen Weg vorbei
In Weißwasser war die Ausgangslage ähnlich – ein Spiel, in dem die ersten Minuten den Ton setzen können. Und genau dort gerieten die Lausitzer Füchse früh ins Hintertreffen: Vor 2.648 Zuschauern traf Erik Jinesjö Karlsson bereits in der 4. Minute zum 0:1. Damit lief Weißwasser von Beginn an einem Rückstand hinterher, der die Entscheidungsfindung im Angriff verschärft: Je länger es 0:1 steht, desto größer wird der Druck, nicht nur Chancen zu kreieren, sondern sie auch zu vollenden.
Die Füchse kamen über die gesamte Spieldauer zu Möglichkeiten und erarbeiteten sich auch Überzahlsituationen. Gerade solche Phasen sind im modernen Eishockey oft die geplanten „Fenster“, in denen ein Team mit Struktur und Präzision die meiste Torgefahr erzeugen kann. Weißwasser bekam diese Gelegenheiten, fand aber nicht die nötige Konsequenz im Abschluss – zu ungenau, zu wenig Durchschlagskraft vor dem Tor, zu selten der zweite Puck.
Statt des Ausgleichs fiel im zweiten Drittel das nächste Gegentor: Mark Rassell vollendete in der 34. Minute nach Zusammenspiel mit Philipp Mass zum 0:2. Damit war das Spiel für die Füchse nicht verloren – aber es wurde deutlich schwerer, weil Ravensburg nun die Partie noch kontrollierter gestalten konnte.
Ravensburg nutzt seine Chancen konsequent
Ravensburg zeigte die Zielstrebigkeit, die Weißwasser fehlte. Zu Beginn des Schlussdrittels machten die Towerstars im Powerplay den Deckel drauf: Robbie Czarnik traf in der 41. Minute zum 0:3. In der Summe spiegelte das Ergebnis vor allem die Chancenverwertung: Ravensburg traf in den entscheidenden Momenten, Weißwasser blieb trotz eigener Phasen ohne Tor.
Dass die Niederlage nicht höher ausfiel, lag auch an Füchse-Keeper Anthony Morrone, der mit mehreren Paraden einen größeren Rückstand verhinderte. Doch selbst ein starker Torhüter kann ein Spiel nicht allein drehen, wenn vorn die letzte Genauigkeit fehlt – erst recht nicht gegen einen Gegner, der seine Möglichkeiten konsequent in Zählbares ummünzt.
So bleibt ein Abend mit klaren Gegensätzen: Crimmitschau gewinnt ein enges Spiel durch Effizienz und defensive Disziplin, Weißwasser verliert ein Spiel, in dem Chancen da waren, aber die entscheidenden Aktionen vor dem Tor ausblieben.

